In ihren Anfängen war die Wissenschaft der Meinung, Babys im Bauch der Mutter hätten kein Sinneserleben. Das Hören betreffend jedoch wich dieser Glaube der Auffassung, dass ein Hörerlebnis im ungeborenen Kind durchaus vorhanden ist, nachdem in verschiedenen Experimenten schwangere Frauen in ansonsten ruhigen Räumen mit Autohupen traktiert wurden. Immer wenn der laute Hupton erklang konnten starke Bewegungen der Babys registriert werden. Damit sah man ein Sinneserleben im Höhrbereich als bewiesen an.

Mit zunehmend moderneren technischen Möglichkeiten konnte im Laufe der Zeit gemessen werden, dass im Mutterleib akustisch ganz schön was los ist. Das Pulsieren des Blutstroms, Atemgeräusch der Mutter, Darmgeräusche, sowie Geräusche duch Körperbewegungen der Mutter sind im Bauch hörbar. Vor allem die Stimme der Mutter ist ein wichtiger Bestandteil dieser Geräuschkulisse.

Für technisch Interessierte: Der natürliche Geräuschpegel im Mutterleib liegt zwischen 28db – 84db, also zwischen der Lautstärke des Hintergrundgeräuschs einer leeren Wohnung und Staßenlärm bei viel Verkehr.

Das Frequenzspektrum liegt im Bass- und im unteren Mittenbereich zwischen 50Hz und 700Hz.

Ergebnisse weiterer Untersuchungen zeigen ausserdem, dass es durchaus auch bei ungeborenen Kindern im Mutterleib nach zu hoher Lärmbelastung zu Hörschäden kommen kann und dass Babys, deren Mütter während der Schwangerschaft wiederholt Lärm von über 90dB ausgesetzt sind, ein durchschnittlich geringeres Geburtsgewicht aufweisen.

Es ist also durchaus wichtig, während der Schwangerschaft darauf zu achten, dass Mutter und Kind nicht zu grossem Lärm ausgesetzt sind. Vor allem wichtig natürlich für diejenigen, die in sogenannten Lärmberufen arbeiten.

 

Foto von Thomas Hawk, Creative Commons License