Überall im Alltag werden Klänge in unserer Umgebung mal willentlich, mal auf natürliche Weise gefördert oder übertönt, maskiert. Sounds werden von anderen Sounds übertönt oder ausgelöscht.

z.B. übertönen laute Töne leise Töne und tiefe Töne übertönen hohe Töne. Sehr vereinfacht dargestellt müssen Tiefe Töne die gesamte Höhrschnecke im Innenohr, die gefüllt ist mit kleinsten Haarsinneszellen, entlang wandern, um an ihrem Ende diese Haarsinneszellen zu treffen und anzuregen. Hohe Töne treffen schon am Anfang der Schnecke auf ihre entsprechenden Haarsinneszellen. Kommt also ein tiefer Ton einem hohen in die Quere, steigt im Ohr die Hörschwelle für diesen hohen Ton, d.h. wir können ihn nicht mehr gut wahrnehmen, sondern nehmen dafür verstärkt den tiefen Ton wahr.

Auch Rauschen oder leise unaufdringliche Musik können gute Mittel sein, um unerwünschte Klänge zu maskieren, also zu übertönen, bzw. auszulöschen. Rauschen kann in grossen Räumen eingesetzt werden, um Privatsphäre herzustellen, weil dadurch Gesprächsgeräusche von z.B. Mitarbeitern maskiert werden.

In Supermärkten läuft immer Musik, so dass wir das Gefühl haben, privat und unbeobachtet zu sein, was unser Einkauferlebnis erst erträglich macht. Ohne Musik würden wir uns schnell beobachtet fühlen, was unser Kaufverhalten massiv beeinträchtigen würde.

Technisch wird Sound ebenfalls maskiert. Mp3 beispielsweise hat die Eigenschaft, alle Frequenzen, die unser Ohr nicht braucht um ein Musikstück zu erkennen, aus dem Spektrum der Musik herauszufiltern, also nicht zu codieren.

Wenn Musik in einem hochwertigen Studio mit echten Instrumenten aufgenommen wird, entsteht zunächst ein unglaublich reiches Klangspektrum. Dateien, die das gesamte Klangspektrum beinhalten, können wir aber z.B. nicht streamen. Also filtert Mp3 alle Frequenzen, die das menschliche Ohr nicht nötig hat, aus dem Spektrum heraus und lässt nur die Frequenzen übrig, die unser Ohr zum Entschlüsseln des Klangs als Musik braucht.

Der Rest wird nicht codiert, also weggeworfen. Dadurch entstehen kleine Dateiformate, aber auch abgespeckte Klangfülle. Vielleicht war die Vinylplatte ja tatsächlich der beste Datenträger für Sound bis Dato.

 

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